Arterienverkalkung

Periphere arterielle Verschlußkrankheit (PAVK) / Durchblutungsstörungen

Wir sind es gewohnt beweglich zu sein und das besonders zu Fuß. Für etwa eine Million Menschen in Deutschland ist dieses nicht mehr so selbstverständlich. Sie leiden unter einer Gefäßkrankheit, die ihre Bewegungsfreiheit einschränkt und ihre Gesundheit bedroht, der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (PAVK). Die Folgen können gravierend sein: Schmerzen beim Gehen, offene Beine, Verlust von Gliedmaßen.

Bei der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (PAVK) ist die Blutversorgung der Beine oder der Arme gestört. Ursache ist eine zumeist arteriosklerotische Verengung der „peripheren“ Arterien, wie die Bein- und Armarterien auch bezeichnet werden. Da die Arteriosklerose den ganzen Menschen betrifft, sind sehr häufig auch die Herzkranzgefäße (Gefahr des Herzinfarkts), die Halsschlagadern (Gefahr des Schlaganfalls) und andere Schlagadern erkrankt. Ihr behandelnder Arzt wird ggf. weitergehende Untersuchungen veranlassen. Bei Schlaganfall und Herzinfarkt ist jede Minute kostbar.

Welche Beschwerden macht eine PAVK?

Für eine Durchblutungsstörung der Beine ist es charakteristisch, dass die Beschwerden erstmals bei besonderer Belastung (schnelles Gehen, rasches Treppensteigen) bemerkt werden, und beim Stehenbleiben rasch wieder nachlassen. Diese typische Gehbehinderung hat zur Bezeichnung intermittierendes Hinken (Claudicatio intemittens) geführt. Umgangssprachlich existiert auch der Begriff "Schaufensterkrankheit": Man tut so, als bleibe man nur stehen, um in ein Schaufenster zu schauen und versucht dadurch, die Erkrankung zu verheimlichen. Erst bei langem und ausgeprägtem Bestehen von Durchblutungsstörungen entstehen bleibende Schäden am Gewebe (z.B. „Raucherbein“) - diese Entwicklung ist medizinisch in den meisten Fällen zu verhindem.

Sind die Arme betroffen, so ist es oft eine anstrengende Arbeit mit Heben der Arme (Wäsche aufhängen, Auto polieren), die zur Entdeckung der Störung führt.

Der akute Gefäßverschluss – Was ist zu tun?

Ähnlich wie bei Herzinfarkt und Schlaganfall kann es auch zu einem plötzlichen Verschluss einer Arm- oder Beinarterie kommen. Typische Symptome sind: Plötzlicher Schmerz, Blässe, Pulslosigkeit, Schwäche, Gefühllosigkeit, Erschöpfung. Jede Minute ist kostbar. Hier kommt es darauf an, das verschlossene Gefäß schnellstmöglich wieder zu öffnen. Dem Betroffenen sollte man bis zum Eintreffen des Notarztes Erste Hilfe leisten (Bein tief lagern und einen lockeren Watteverband anlegen; dem Notarzt die Medikamente, die der Betroffene einnimmt, aufschreiben und mitgeben; Auf keinen Fall Wärmflasche benutzen oder Medikamente zur Durchblutungsförderung geben).

Was kann man bei der PAVK tun?

Der Verlauf der PAVK ist individuell sehr unterschiedlich. Viel hängt davon ab, ob es gelingt, die Arteriosklerose zu stoppen. Denn je stärker sich die Arterien verengen, um so schlechter ist die Durchblutung. Beschwerden und Schmerzen nehmen dann immer mehr zu.

Kampf den Risikofaktoren

Der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg gegen die PAVK liegt in der konsequenten Bekämpfung der Risikofaktoren (Rauchen, Bluthochdruck, hohe Blutfette, Diabetes, Übergewicht). Hier können Sie selbst am meisten für Ihre Gesundheit tun. Und für jeden hier erzielten Erfolg werden Sie gleich mehrfach belohnt: es wird nicht nur die PAVK positiv beeinflusst, sondern auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt.

Bewegungstraining: Schritte in die richtige Richtung!

Im frühen Stadium bilden Gehtraining und spezielle Gymnastik die Grundlage der Behandlung. Zielsetzung ist, die Beschwerden zu verringern und die Gehstrecke zu verlängern. Wichtig: Das Programm sollte mit Ihrem Arzt abgestimmt sein, denn bei Ruheschmerzen oder wenn schon Gewebe untergegangen ist, kommt das Bewegungstraining in der Regel nicht mehr in Frage. Gerade die Bewegung zu üben, die doch Schmerzen hervorruft, erscheint widersprüchlich. Aber das regelmäßige Training ist erwiesenermaßen sehr wirksam. Es führt unter anderem zur Bildung neuer Blutgefäße, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Die Schmerzen nehmen ab, die mögliche Gehstrecke wird oft erheblich verlängert. Für das gesamte Bewegungstraining gilt: Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.

Medikamente

Zur Therapie der PAVK stehen dem Arzt auch eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung. Thrombozytenfunktionshemmer (z.B. Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel) werden vor allem eingesetzt, um das Risiko ernster Komplikationen wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder akuter Gefäßverschluss zu verinindern. Bestimmte Formen der Blutgerinnsel lassen sich besser mit Substanzen verhindern, die nicht auf die Blutplättchen wirken, sondern die Gerinnungsfähigkeit des Blutes auf andere Weise herabsetzen. Diese Gerinnungshemmer (Antikoagulantien) können beispielsweise nach Gefäßoperationen zum Einsatz kommen oder dann, wenn die Gefahr einer Gerinnselbildung im Herzen besteht, wie bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder nach einem Herzinfarkt. Durchblutungsfördernde Substanzen verbessern vor allem die Fließeigenschaften des Blutes und wirken auch gefäßerweiternd.
Ihr Arzt wird sie je nach Bedarf einsetzen. Natürlich stehen auch wirksame Schmerzmittel und Medikamente zur Infektionsbehandlung (Antibiotika) zur Verfügung.

Operative Verfahren

Es besteht die Möglichkeit, eine verengte Arterie operativ wieder zu erweitern oder eine "Umleitung" um die Engstelle zu legen. Solche operativen Verfahren kommen vor allem dann in Betracht, wenn nur noch eine kurze schmerzfreie Gehstrecke oder sogar schon Gewebedefekte (Nekrosen) vorliegen. Welches Verfahren angewendet wird, hängt von vielen Faktoren ab - unter anderem vom Ausmaß der Erkrankung und vom Sitz der Gefäßverengungen.

Die Ballondilatation (PTA) ist eine der Standardmethoden, bei der mit einem Ballonkatheter das arteriosklerotische Polster zurück drängt wird und damit der Engpass beseitigt wird. Zusätzlich kann eine Gefäßstütze eingesetzt werden, um einen Wiederverschluss zu verhindern.

In manchen Fällen kann eine Bypassoperation (peripherer Bypass) vorteilhafter sein. Die Engstelle wird dabei durch eine Umleitung umgangen.

Auch der langfristige Erfolg einer Ballondilatation oder Bypassoperation hängt wesentlich davon ab, wie konsequent Sie gegen Ihre Risikofaktoren vorgehen. Wie lange nämlich ein Gefäß offen bleibt, wird weitgehend vom Fortschreiten der Arteriosklerose bestimmt!

Pflege der Beine und Füße

Für alle Patienten mit PAVK und insbesondere für Diabetiker gilt:

  • Verletzung der Füße unbedingt vermeiden
  • Neu aufgetretene Wunden an den Füßen ärztlich kontrollieren lassen
  • Fußpflege nur mit Vorsicht durchführen oder durch entsprechend geschultes Personal

Weitere Informationen

» Patienteninformation: Arterienverkalkung
» Spezialgebiete: Bypasschirurgie
» Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V.

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Flyer: Durchblutungsstörungen / PAVKFlyer: Durchblutungsstörungen / PAVK
Schaufensterkrankheit, Arteriosklerose, Bypass-Chirurgie
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