Dialysezugänge / Shuntchirurgie

Dialysezugänge / Shuntchirurgie

Patienten mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion müssen mit der künstlichen Niere (Hämodialyse) behandelt werden.

Für die Hämodialyse benötigen die Patienten einen Gefäßzugang, der einen ausreichenden Blutstrom aufweist. Da ein leicht zu punktierendes Blutgefäß mit ausreichendem Blutstrom jedoch nicht vorliegt, muss dieser Zugang künstlich geschaffen werden.

Dies gelingt durch eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Vene und einer Arterie, dem sogenannten AV-Shunt oder kurz Shunt genannt. Die Shuntanlage ist ein kleiner, aber diffiziler Eingriff mit vielen möglichen Fehlerquellen. Da der Shunt die „Lebensader“ des Dialysepatienten darstellt, sollte dieser Eingriff nur durch erfahrene Gefäßchirurgen durchgeführt werden.

Wie in der nebenstehenden Skizze abgebildet sind die Venenverläufe im Körper sehr verschieden und können durch eine präoperative Duplexsonographie exat für jeden Patienten dargestellt werden.

In unserer Klinik besteht seit vielen Jahrzehnten eine enge Zusammenarbeit sowohl mit der Abteilung für Nierenerkrankungen (Nephrologie) im Hause, als auch mit der größten ambulanten Dialyseabteilung der Region (KfH, Bergstrasse in Bochum).

Daraus erwuchs eine große Spezialisierung in unserer Klinik für die Shuntchirurgie, die die gesamte Bandbreite mit sehr erfahrenen Operateuren bietet.

Ideal ist die Shunt-Anlage zwischen körpereigener Vene/Arterie im Bereich des Handgelenkes oder der Ellenbeuge.

Sollte die Anlage einer direkten Verbindung zwischen Vene/Arterie nicht möglich sein, können auch Gefäßprothesen in der Shuntchirurgie zum Einsatz kommen.

Solche Shunts können am Unter- und Oberarm, gelegentlich auch am Oberschenkel oder im Bereich der Brustwand schleifenförmig oder gerade angelegt werden.

Ist eine Shuntanlage aus verschiedenen Gründen nicht möglich, so kann auch ein dauerhafter Verweilkatheter zur Dialyse (Demerskatheter) operativ eingesetzt werden. Hierbei wird über einen kleinen Schnitt am Hals der Katheter über die Halsvene eingebracht und im Herzvorhof platziert.

Kommt es zu einer Shuntdysfunktion oder zu einem Shuntverschluß kann der Patient jederzeit entsprechend behandelt werden ohne das passagere Katheter gelegt werden müssen.

Weitere Informationen

» Spezialgebiete: Differenzierte Shuntchirurgie