Leistungsspektrum Klinik für Gefäßchirurgie

Kompressionssyndrome

Thoracic-outlet-Syndrom

Beim TOS kommt es durch knöcherne, muskuläre und/oder narbige Strukturen zu einer Druckschädigung von Nerven und oder Blutgefäßen im Übergangsbereich von der Brust zum Arm.

Die Beschwerden sind häufig nicht klar zuzuordnen.
Funktionseinschränkungen, Thrombosen, und Gefäßveränderungen sind möglich, da die Kompression sowohl die Nerven als auch die Blutgefäße betreffen kann. Typisch für ein Thoracic-outlet-Syndrom sind Schmerzen im Bereich der Rückseite der Schulter, in der Achselhöhle mit Ausstrahlung an der Innenseite des Armes, des Ellenbogens bis hin zu den Fingern 4 und 5. Die Beschwerden können durch Anheben des Armes ausgelöst und verstärkt werden, z. B. durch Heben des Armes in die Waagerechte oder Überkopf, bei Drehbewegungen des Kopfes oder bei Rückwärtsbewegungen der Arme bzw. auch durch Zug am Arm. Bekannt sind häufige nächtliche Missempfindungen mit Einschlafen des gesamten Armes, gefolgt von einer vermehrten Schweißabsonderung. Auch ein Kältegefühl wird beschrieben. Im weiteren Verlauf kann es zu Schwäche und Schwere im betroffenen Arm, zur Verlust der Geschicklichkeit und der Koordination der Fingerbewegungen kommen.

Bei einigen Patienten findet sich als Ursache eine knöcherne Anomalie in Form einer zusätzlichen Halsrippe.

Zur Diagnosesicherung sind neben der klinischen Untersuchung weitere apparative Untersuchungen nötig. Hierzu gehören neben der sonographischen Gefäßdiagnostik (FKDS) ein Messen der zentralen Nervenleitgeschwindigkeiten (N. ulnaris, N. medianus), konventionelle Röntgenaufnahmen (Thorax, HWS in 4 Ebenen, obere Thoraxapertur) sowie arterielle und venöse Angiographien der Schulter- und Armgefäße in Normalposition sowie bei Elevation und Abduktion in aufrechter Körperhaltung.

Therapie
Im Vordergrund stehen konservative Maßnahmen mit einer Kombination von gezielter physikalischer und Ergotherapie (Beseitigung von Haltungsfehler, Stärkung der Schultergürtelmuskulatur, Wärmeapplikationen) mit einer vom Krankheitsbild abhängigen medikamentösen Begleittherapie.

Bei gesichertem Kompressionssyndrom, welches durch eine konservative Therapie nicht ausreichend therapierbar ist, besteht die Möglichkeit die Enge operativ zu beseitigen. Hierzu müssen die erste Rippe/Halsrippe und alle fibromuskulärern Bänder entfernt werden.